Vergiss mein nicht – das Babytagebuch

23. April 2016 , In: Babys, Tina , With: One Comment
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Als Liv etwa vier Monate alt war kam mein Freund ganz freudig nach Hause und meinte zu mir: „Meine Mutter hat mir heute erzählt, dass ich schon mit 8 Monaten sprechen und laufen konnte“. Naja, Liv ist unser erstes Kind und wir hatten jetzt nicht explizit nachgeschaut, WANN Babys WAS können aber diese Aussage kam mir doch arg unrealistisch vor. Zumal ich von anderen Eltern oft gehört habe, dass manche Kinder eben motorisch und andere sprachlich weiter sind, aber selten beides zusammen.

Inzwischen sind vier weitere Monate vergangen. Liv ist also jetzt aktuell in dem Alter, in dem ihr Papa scheinbar schon in der Wohnung herumgelaufen ist und sich artikulieren konnte. Davon ist unsere Tochter allerdings noch weit entfernt. Okay, sie kann bereits seit einigen Wochen stehen, wenn sie sich irgendwo festhält, was eh schon sehr weit ist. Und wenn man gaaaanz akribisch auf ihr Brabbeln achtet kann es schon sein, dass man ansatzweise so etwas wie „Mama“, „Papa“ oder „Wauwau“ verstehen könnte. Da muss man allerdings schon sehr sehr viel Phantasie und Wohlwollen an den Tag legen.

Woraufhin ich eigentlich hinaus möchte: Obwohl es so eine spannende und intensive Zeit ist, seine Kinder aufwachsen zu sehen, kann man sich Jahre später scheinbar an recht wenig erinnern. Mein Freund ist natürlich IRGENDWANN herumspaziert und hat mit Wörtern um sich geschmissen – nur eben sehr wahrscheinlich nicht mit 8 Monaten:)

Die Mutter von meinen Freund steht mit diesen „Erinnerungslücken“ jedoch nicht alleine da. Heute erst habe ich meine Mutter gefragt, ob ich denn als Baby ähnlich wie Liv war oder doch ganz anders. Sie war sehr ehrlich und meinte: „Ich kann mich einfach nicht daran erinnern“.

Irgendwie ist es momentan für mich unvorstellbar, dass auch ich in 30 Jahren nur noch eine verschwommene und vage Erinnerung an Liv als Baby habe. Zumal es ja keine Erinnerungen sind, die man verdrängen möchte. Sondern schöne und emotionale Erfahrungen, die sich doch eigentlich fest im Gedächtnis verankern sollten?

Sollte Liv vielleicht irgendwann mal selbst ein Kind haben, kann ich ihr natürlich jederzeit erzählen, wann sie selbst den ersten Brei gegessen hat und wie ich diesen selbst zubereitet habe. Oder eben nicht??? Kann es sein, dass ich in 30 Jahren dastehe, alle diese Erinnerungen verblasst oder gar verschwunden sind?

Scheinbar schon, sonst hätte mir meine Mutter, die mich ein Leben lang verhätschelt und geliebt hat, sagen können, ob ich als Baby aktiv oder eher träge war, ob ich viel geschrien habe, wie mein Schlaf war und alle diese Dinge. Halt all die Momente, die für uns Eltern elementar sind.

Wir haben uns deshalb entschlossen, bereits jetzt Abhilfe für unser zukünftiges Erinnerungsdefizit zu schaffen: Wir werden von Liv einfach mehr Filme machen, am besten mit Angabe des Datums. Und wir werden ein Baby- bzw. Kinder-Tagebuch führen. Darin werden dann alle wichtigen Entwicklungsstufen notiert. Mit welchem Alter Liv Zähne bekommen hat (aktuell ist die Kauleiste noch leer), wann sie das erste Mal „Mama“ oder „Papa“ gesagt hat und wann sie das erste Mal alleine auf die Toilette gehen konnte. Halt all diese Dinge, wo uns Liv später mal fragen wird, wie das denn bei ihr war. Und spätestens wenn sie selbst Kinder hat wird sie das interessieren. Und ich werde heimlich in unserem Tagebuch nachschauen und ganz souverän antworten.

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Titelbild: wavebreakmedia/shutterstock.com.

  1. Antworten

    Liebe Tina,

    mit leichter Feder, viel Humor und einer Prise Wehmut geschrieben. Gefällt mir gut.

    Das Babybuch ist eine tolle Idee. Bleibt bloß dran. Ich und irgendwie die meisten, die ich kenne, hören irgendwann auf. Scheint ne Art „Welpen-Geschichte“ zu sein.

    Liebe Grüße

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Tina und Meike

Als Mütter wissen wir: Den geraden Weg gibt es nicht! Getreu unserem Motto „Wenn´s durch den Haupteingang nicht geht, dann nehmen wir eben die Seitentür“ suchen wir nach (technischen) Gadgets und anderen erzieherischen Überlebenshilfen und nehmen Euch ganz nebenbei mit auf eine humorvolle Reise durch unser Seelenleben. Erziehungsvorsprung durch (Überlebens-)Technik? Lasst es uns herausfinden!