Ich will hier raus – meine Flucht ins AROSEA <3

12. Oktober 2017 , In: Allgemein , With: 2 Comments
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Die letzten Monate war ich zugegebenermaßen ein nervliches Wrack. Immer am Grübeln, immer am Nachdenken, immer am Anschlag und immer irgendwas zwischen Herzstillstand und kurz vorm Explodieren. München, die Stadt, die ich wirklich von Herzen liebe, wurde mehr und mehr zu meinem Feind.

Alles zu eng, alles zu eingefahren, zu laut, zu hektisch, ich gefangen in einem Teufelskreis und Purple Schulz als Dauer-Soundtrack in meinem Ohr: „Ich hab Heimweh, Fernweh, Sehnsucht,… Ich will nur weg, ganz weit weg, ich will raus…“

„Ich will hier raus“, sagte ich also irgendwann auch zu Marco. Mal wieder durchatmen können, das Herzrasen stoppen und den gefühlten Strick um meinen Hals etwas weiter ziehen. Aber wohin können wir flüchten? Mal eben so ganz spontan?

Jetzt haben wir tatsächlich das große Glück, Freunde zu haben, denen ein gar wunderbares Hotel gehört, das an einem verwunschenen Ort in Südtirol liegt und alles hat, was ich suchte: Luft, Natur, Freiheit, Ruhe, Seelenfrieden. Ein paar Tag später saßen wir also im Auto Richtung Meran…

Perfekt in die Natur integriert - Hotel und Kind;-)

Perfekt in die Natur integriert – Hotel und Kind;-)

Ums gleich vorweg zu sagen, das hier ist keine Werbung sondern ein Erfahrungsbericht, wenn man so will ein von Herzen kommender Reisetipp, vor allem aber ein Dankesschreiben. Danke an das Ultental, das touristisch gesehen noch immer ein Geheimtipp ist und mich noch heute mit seiner Reinheit und Schönheit beeindruckt hält, an unsere Freunde, die das so kurzfristig und aus heiterem Himmel möglich gemacht haben und an das AROSEA selbst, das einen schon beim Parken in der Tiefgarage von null auf gleich in den Entspannungsmodus katapultiert, sobald man das leise Vogelgezwitscher hört, das über die Lautsprecher kommt.

Als wir durch die Gänge laufen auf dem Weg zur Reception umarmen mich Kräuterduft, Ruhe, Frieden und Stille und ich spüre mich seit Wochen zum ersten Mal. Das Lauteste hier sind die Knabbergeräusche vom hausgemachten Schüttelbrot, in das ich sofort beiße und das für jeden zugänglich Tag und Nacht im Empfangsbereich bereitssteht. Genauso wie Wasser.

Wasser ist Leben und das wird bei Anne und Thomas wörtlich genommen. In JEDEM Zimmer (übrigens auch im Spabereich, im Schwimmbad und im Fitnessraum) gibt es deswegen einen Trinkbrunnen, aus dem Granderwasser (belebtes Wasser) sprudelt, so viel das Herz begehrt. Meinen Sohn habe ich in all den 9 Jahren, die ich ihn kenne, noch nie so viel kühles Nass trinken sehen, wie in den 5 Tagen in Südtirol, als er es sich selber zapfen durfte.

Die Zimmer sind großzügig, hell und wunderschön, nicht nur die Suite (jede Suite hat eine private Außensauna auf dem riesigen Balkon), in die wir einziehen durften, sondern alle.

So ne private Sauna auf dem Balkon, das hat schon was;-)

So ne private Sauna auf dem Balkon, das hat schon was;-)

Alle haben ein Ankleidezimmer, alle wurden ausschließlich mit Naturmaterialien aus der heimischen Umgebung eingerichet. Zirbenholz soweit das Auge reicht, Schiefergestein, Schafwolle… Man sagt, dass Zirbenholz antibakteriell wirkt und den Herzschlag senkt und einem hilft, zu schlafen wie in Abrahams Schoß. Keine Ahnung, ob es der Placebo-Effekt ist oder ob das südtirolischere Feng Shui tatsächlich funktioniert, ich jedenfalls schlafe nach Monaten der Schlaflosigkeit zum ersten Mal wieder durch. Wer braucht schon Abraham, wenn er das hier hat.

Jeder einzelne der zauberhaften Mitarbeiter ist so freundlich, authentisch und herzlich, dass ich sie alle sofort anspringen und umarmen will und laut danke rufen will (was ich hier und da auch getan habe) für die offenen Arme, mit denen ich empfangen werde. Matheo wird behandelt wie ein Stargast, keine einzige Sekunde hat man das Gefühl, dass Kinder hier stören würden. Allein das riesige, superliebevoll eingerichtete Spielzimmer zeigt, dass Kids im AROSEA more than welcome sind. Strategisch gut gelegen ist der Spielbereich, sodass es aber auch keinen der anderen Gäste (ohne Nachwuchs) stört, wenn Kinder hier sind wie sie sind: manchmal laut, verspielt und echt.

Der Spabereich ist eine Sensation: Dampfschnecke mit Farbtherapie, Panoramasauna, Kräuter-Steinsauna, Zirm-Biosauna, Finnische Außensauna, Heubett, Holz-Schaukeln im Ruheraum mit Ausblick, Naturtauchbecken und so eine komisches Teil in der Wand, aus der Crashed-Ice kommt, mit dem man sich nach der Sauna abreiben kann. (Matheo und ich haben damit eine Art Schneeballschlacht gemacht;-))

Noch lässt er sich abknutschen...

Noch lässt er sich abknutschen…

Heubad, Hängeschaukel, Ausruhen im Weinfass

Heubad, Hängeschaukel, Ausruhen im Weinfass

Finnische Außensauna und Naturtauchbecken

Finnische Außensauna und Naturtauchbecken

Der Naturbadeteich: Erholung pur.

Und, ja ok, normalerweise fährt dort niemand mit ´nem Stand Up Paddle rum, aber da Thomas ein verrückter Hund ist, hat er es uns erlaubt;-)

Thomas, der verrückte Hund, fährt mit Handy und Portemonnaie in der Hosentasche;-)

Thomas, der verrückte Hund, fährt mit Handy und Portemonnaie in der Hosentasche;-)

Der Pool: groß, angenehm temperiert, kein Chlor (sondern eine Aktiv-Sauerstoff-Methode), gefüllt mit reinstem Bergquellwasser und mit der Möglichkeit, von drinnen durch eine elektrische Glastür direkt in das beheizte Außenbecken mit Whirlpool zu schwimmen.

Der Fitnessraum (um ehrlich zu sein, der Ort, an dem ich mich am seltensten aufhalte, den ich aber trotzdem erwähnen will): neueste Geräte, sauber, groß, mit Blick auf die Berge und den riesigen Naturbadeteich.

Fitness - total easy in Bademantel und Latschen (nur fürs Foto)

Fitness – total easy in Bademantel und Latschen (nur fürs Foto)

Nebenan ein Yogaraum (man kann jeden Tag kostenlos Yoga machen), der ebenfalls groß, warm, einladend und holzig ist. So wie eben ganz vieles hier im AROSEA.

Auch das Außen!

Gebaut aus Lärchenholz, das mit der Zeit – vom Wetter gezeichnet – seine Patina erhalten oder um es in Thomas Worten zu sagen „in Ehren grau werden“ wird , soll es in ein paar Jahren genauso aussehen wie die typisch-urigen Ultentaler Höfe, in die mich sofort verknallt habe.

Lärchenholz - I love it!

Lärchenholz – I love it!

Und überall gibt es Obst und Nüsse, herrlich selbstgemacht Chips aus violetten und weißen Kartoffeln zum Essen for free, so viel man will, den ganzen lieben langen Tag.

Essen – gesundes, entspanntes Essen – auch ein ganz wichtiger Punkt im Life-Balance-Konzept des Hauses:

Morgens erwartet uns ein supergesundes, leckeres, großzügiges Frühstücksbuffet mit Gemüse und Obst in allen Farben, tausend handgemachten Butter-, Quark- und Frischkäse-Variationen verfeinert mit Kräutern aus dem eigenen Garten, supersüße Mini-Brötchen aus Vollkorn, Dinkel, Weizen, Roggen, Kleie, schieß mich tot… Eine große Auswahl an Marmeladen, Käse, Wurst, Schinken, Säften, Smoothies, Eierspeisen, Kuchen, Müslis, Kaffee, Tee, ah und natürlich Wasser. Wasser mit Obst, Wasser mit energetisch eingelegten Kieselsteinen, Wasser mit und ohne Grander, mit und ohne Gas, mit und ohne Geschmack… Huiii. Ich komm gleich ins Schwitzen beim Schreiben, so euphorisiert bin ich grad wieder…

Ganz süß übrigens finde ich die täglich wechselnden Ausflugtipps auf der Speisekarte und den Wetter- und Windbericht für Wanderer und die, die es werden wollen.

Einen Tipp haben wir sogleich beherzigt und den Kränzelhof-Labyrinthgarten in Tscherms besucht:

Muddi tanzt endlich wieder auf dem Tisch;-)

Muddi tanzt endlich wieder auf dem Tisch;-)

Muddi - wild und frei

Muddi – wild und frei

Labyrinth light version;-)

Labyrinth light version;-)

In ein paar Jahren wird der gesamte Tisch vom Grün bedeckt sein!

In ein paar Jahren wird der gesamte Tisch vom Grün bedeckt sein!

Hihihi...

Hihihi…

Ich geh schaukeln...

Ich geh schaukeln…

Abends – JEDEN Abend – freue ich mich ohne Ende auf das 6-Gänge-Menü, das so fu**ing unfassbar geil schmeckt, mit so viel Herzblut und Können zubereitet wurde, so frisch, so einfallsreich, so sternemäßig,  dass der Koch  regelrecht Glück hatte, dass ich schon einen Kerl habe. Jeden Abend kann man wählen, ob man ein Genießer-Menü (Fleisch), ein Life-Balance-Menü (hat kaum Kalorien, macht aber satt und glücklich ohne Ende) oder ein vegetarisches Menü essen möchte. Davor kann man sich von der knackigen Salat- und Gemüsebar so viel nehmen bis einem Hasenzähne wachsen. Frisch, regional, saisonal. Ich könnt mich so ärgern, ich hab kein einziges Foto vom Essen gemacht, es hat einfach zu gut geschmeckt, um mich lange mit Fotografieren aufzuhalten;-) Hier könnt ihr aber nachschauen, wenn euch das interessiert.

Aber wenigstens hab ich zwei von Matheo und der wollte nur eins:

Matheo im Schnitzel und Pommes-Paradies;-)

Matheo im Schnitzel und Pommes-Paradies;-)

Abschalten, erholen, zur Ruhe kommen, genießen, genießen, genießen…  Das Schlaraffenland liegt in der Nähe von Meran!

Das Beste: nicht ein einziges Mal fühle ich mich unangenehm vollgefressen oder denke mir, hätte ich das lieber nicht auch noch gegessen. Die Menüs sind so ausgeklügelt, so aufeinander abgestimmt und durchdacht – als würde man in ein Stück Lebenskraft beißen.

Kann man auch gebrauchen, denn die Wanderungen, die wir machen, sind schon nicht ganz unanstrengend, auch wenn man sie nicht damit vergleichen kann, was Thomas mit seinen Gästen manchmal so treibt. Seine berühmt berüchtigte Sonnenaufgangswanderung zum Gipfel zum Beispiel, die er auf Wunsch gerne mit jedem unternimmt, der mithalten kann;-)

Wir entscheiden uns für das „Matheo und Meike-freundlichere“-Wandern, das sind zwar dennoch meistens zwischen drei und vier Stunden, aber halt eher gemäßigt und nicht ganz so steil, dafür mit freundlichen freilaufenden Pferden und Kühen und saunetten Einheimischen, die uns später wieder runter vom Berg in der Hüttn Gulaschsuppe kochen und einen Kaiserschmarrn, den die Welt noch nicht gesehen.

Die Landschaft ist prächtig. Atemberaubend schön. Mal taucht ein Steinhang vor uns auf, dann entdecken wir mitten im Wald ein sensationell angelegtes Kneippbecken, wir stoßen auf einen Geschichtenpfad oder müssen von Stein zu Stein über einen Fluss hüpfen, wir finden ein altes Floß, streicheln Kühe und Pferde, beobachten wilde Ziegen und Schafe beim Trinken aus einem eiskalten Bergsee… Über uns nichts als ein endloser Himmel und das Gefühl, so lebendig wie schon lang nicht mehr zu sein…

Wandern, Kraxeln…

Ganz rechts seh ich sportlicher aus, als ich bin. War wieder nur fürs Foto;-)

Ganz rechts seh ich sportlicher aus, als ich bin. War wieder nur fürs Foto;-)

Kneippen mitten in Wald…

Die Ähnlichkeit ist nicht zu verkennen...

Die Ähnlichkeit ist nicht zu verkennen…

Geschichtenpfad…

Staumauer hinabsteigen…

Spazierengehen, über reißende Flüsse springen, Mountainbiken, Fliegenfischen, im Stausee schwimmen und im Winter in einem der besten Skigebiete skifahren (das Damen-US Nationalteam trainiert hier zum Beispiel) – all das und noch tausend Dinge mehr kann man im Ultental erleben.

Ist die Farbe vom Stausee nicht wunderschön?

Ist die Farbe vom Stausee nicht wunderschön?

Die, die übers Wasser laufen können;-)

Die, die übers Wasser laufen können;-)

Father and Son<3

Father and Son<3

Einsame Hüte im Wald - ja, Muddi muss ihre Nase überall reinstecken;-)

Einsame Hüte im Wald – ja, Muddi muss ihre Nase überall reinstecken;-)

Armdrücken und Wassertrinken - in der Reihenfolge - ich hab gewonnen;-)

Armdrücken und Wassertrinken – in der Reihenfolge – ich hab gewonnen;-)

Thomas Mann, Franz Kafka, Christian Morgenstern, Bismarck wussten wohl schon zu ihrer Zeit wie einmalig, erholsam, heilsam und gesund die Luft, die Landschaft und die Leute im Ultental sind. Die einen schrieben Bücher und Gedichte und ein anderer hatte ein Auge auf die ortsansässige Badwirtstochter geworfen;-)  Hab ich gegoogelt;-)

Wir sind hier, weil es keinen schöneren Ort hätte geben können, um auszubrechen, neu aufzutanken, Ideen zu spinnen, auf dem Tisch zu tanzen, Wein zu trinken, im Spa zu entspannen und auf dem Laufband keinen Sport zu machen. Wir sind hier, um die Welt aus einer anderen Perspektive zu betrachten, durchzuatmen.. Wir sind hier, weil mein Mann eine tolle Idee hatte und wir gute Freunde…

Was ich eigentlich sagen will: Danke Anne und Thomas

Danke AROSEA!

 

 

 

 

 

 

 

 

    • Miriam Kurz
    • 12. Januar 2018
    Antworten

    Einfach nur zauberhaft! Da entspannt man ja schon beim Lesen!

    • Miriam Kurz
    • 12. Januar 2018
    Antworten

    Einfach nur zauberhaft! Da entspannt man ja schon beim Lesen!

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Tina und Meike

Als Mütter wissen wir: Den geraden Weg gibt es nicht! Getreu unserem Motto „Wenn´s durch den Haupteingang nicht geht, dann nehmen wir eben die Seitentür“ suchen wir nach (technischen) Gadgets und anderen erzieherischen Überlebenshilfen und nehmen Euch ganz nebenbei mit auf eine humorvolle Reise durch unser Seelenleben. Erziehungsvorsprung durch (Überlebens-)Technik? Lasst es uns herausfinden!