Mark Zuckerberg: Wenn ein Vater Gutes tut

2. Dezember 2015 , In: Tina , With: 4 Comments
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Oftmals schaue ich meine Tochter Liv an – meistens wenn sie schläft – und frage mich, in welcher Welt sie groß werden wird. Was wird in 50 Jahren sein, wenn ich wahrscheinlich nicht mehr da bin? Wird sie gesund sein? Wird sie glücklich sein? Wird sie frei leben können? Ob man will oder nicht: Sobald man ein Kind hat, macht man sich automatisch mehr Gedanken um die Zukunft. Gerade in einer Zeit, in der Wörter wie „Terrorismus“, „Krieg“ oder „Umweltkatastrophe“ die Schlagzeilen beherrschen, habe ich mir in den vergangenen Wochen einige Gedanken gemacht, ob es denn überhaupt noch sinnvoll ist, Kinder in diese Welt zu setzen.

Auch wenn man weiß, dass Angst der schlimmste Feind des Menschen ist, lässt man sich verunsichern. Durch die schlimmen Bilder und Nachrichten, die man tagtäglich in den Nachrichten oder im Internet sieht.

Meine Mutter hat erst gestern zu mir gesagt, sie möchte aktuell schon gar keine Zeitung mehr lesen, weil da nur noch Schlimmes drinsteht. Wahrscheinlich geht es vielen Menschen so. Leider ist der Effekt so ähnlich wie bei kleinen Kindern, die sich die Hände vor das Gesicht halten, um nicht entdeckt zu werden: die Vogel Strauß-Methode bringt weder der Welt noch einem selbst etwas.

Gestern Abend zeigt mir mein Freund plötzlich den neuesten Facebook-Eintrag von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Er und seine Frau Priscilla sind Eltern eines Mädchens geworden. Und: Sie werden zukünftig 99 Prozent der Facebook-Anteile für wohltätige Zwecke spenden. Hierbei handelt es sich um die unglaubliche Summe von 45 Milliarden US-Dollar. Um das zu veranschaulichen: 45 Milliarden ist ungefähr der deutsche Bildungshaushalt – mal drei! Im Focus der Stiftung „Chan Zuckerberg Initiative“ sollen unter anderem die Gleichstellung aller Kinder und der Kampf gegen Krankheiten stehen. Was für eine tolle Aktion! Arnold Schwarzenegger liked den Eintrag, Shakira kommentiert ihn und auch Melinda Gates findet, dass diese Aktion eine Inspiration für die ganze Welt ist. Und was machen wir Deutschen? Wir sind wieder nur am Meckern.

„Wenn er spenden will, soll er’s tun, statt es anzukündigen. Außerdem soll er darauf verzichten, sich öffentlich als der große Philantrop zu präsentieren, um sich selbst zu feiern.“ lese ich bei Spiegel Online.

„Hoffentlich nicht ane Flüchlinge,die bekommen schon genug“ schreibt eine Frau mit dem passenden Nachnamen „Denker“ bei Focus Online und der nächste schreibt: „der will sein geld waschen der hundesohn“.

Ich verstehe es nicht. Da tut jemand etwas Gutes, spendet 99!!! Prozent seines Geldes und es wird wieder nur gemeckert? Nach „Gutmensch“ ist scheinbar jetzt „Philanthrop“ das neue Anti-Wort. Können wir es nicht einfach mal wertschätzen, wenn solche Sachen passieren? Müssen wir denn immer versuchen, alles schlecht zu reden? In jeder positiven Sache etwas Negatives suchen?

Ich meine: Mark Zuckerberg könnte sich auch mit dem Privatjet auf eine eigene Bahamas-Insel fliegen lassen, zusammen mit 20 Angestellten, Hairstylisten für seine Frau und zehn Nannys für das Kind. Ach ja, den Dogwalker für seinen Hund Beast nicht zu vergessen. Und was macht er? Lebt bescheiden, teilt sich ein Großraumbüro mit seinen Angestellten, seine Frau läuft meistens ungeschminkt herum, geheiratet haben die beiden heimlich, und bis vor kurzem haben er und seine Frau in einem kleinen Haus in Kalifornien gelebt.

Oder wie eine Frau auf Facebook richtig schreibt: Was passiert wenn man 99% seines gesamten vermögens spendet? Richtig. Man findet noch immer irgendwelche verbitterten leute die etwas dagegen haben.“

Aber warum sind wir so verbittert? Warum freuen wir uns nicht, dass wir endlich einmal eine solche positive Schlagzeile unter den ganzen schlimmen Nachrichten lesen? Hat es mit Neid zu tun? Können wir nicht gönnen? Ich hab keine Antwort auf diese Fragen aber ich weiß: Ich kann meine Tochter nicht vor Terrorismus, Krieg oder Umweltkatastrophen schützen. Aber ich kann dazu beitragen, dass sie in 20 Jahren nicht zu den Menschen gehört, die solche Kommentare posten. Weil dahinter meistens frustrierte, verbitterte und unglückliche Menschen stecken. Die einem eigentlich leid tun können.

Herzlichen Glückwunsch lieber Mark Zuckerberg zum Nachwuchs. Du bist ein toller Mensch!

 

Foto: ©Facebook / Mark Zuckerberg

 

 

 

  1. Antworten

    Hallo liebe Tina,

    ich bin eben auf deinen Artikel zum Zuckerberg-Baby- Spenden-Ding gestossen.

    In der heutigen Zeit wo man nur noch von humanitären Katastrophen, Terror, Krieg usw. liest, finde ich es einfach nur toll, dass jemand bereit ist, nicht nur seine eigene kleine Welt, seine Familie abzusichern. Nein, es erklärt sich ein Mensch bereit, die Verantwortung für diese Welt zu übernehmen. Sein Geld in die Hand zu nehmen und denen zu geben, die es brauchen.

    Ich finde es beschämend solche Kommentare lesen müssen, wie du sie als Beispiel angebracht hast. Warum tun die Menschen so etwas? Wir leben in so einer Konsum-Verschwendungs-Gesellschaft. Und so viele Menschen sind dennoch nicht bereit auch nur ein Stück ihres Wohlstandes abzugeben.

    Dein Artikel tut gut! Danke für diese lieben Worte!

    Viele Grüße

    • Tina Kaiser
      • Tina Kaiser
      • 2. Dezember 2015
      Antworten

      Danke für die lieben Worte Helena!

    • Marcel
    • 2. Dezember 2015
    Antworten

    Hello Tina…it’s me…! 😉

    Nun…warum gibt es nich gerade wenige Menschen…die ihren vermeintlichen Frust über Alles und Jeden auslassen…? Ich glaube…es is ausschließlich ein Internet-Phänomen… In der Realität wird man kaum auf Menschen treffen…die sich auf derartige Weise (wie von dir zitiert) äußern… Ganz einfach deshalb…weil die Resonanz auf des Miesepeters Genörgel anders ausfällt als erwünscht… Für gewöhnlich reagiert man auf ihn mit sachlichen Argumenten und stellt den Nörgler vor seine eigenen Unzulänglichkeiten… Sollte er daraufhin kein Einsehen haben…oder noch schlimmer…ausfallend werden…so lässt man diesen Menschen linksliegen und wendet sich von ihm ab…in der „Hoffnung“…dass ihn ein paar ruhige Stunden (allein!) zum Nachdenken anregen…

    „Dank“ des omnipräsenten Internets…gibt es diese ruhigen Stunden zum Nachdenken nich mehr… Will der Nörgler Aufmerksamkeit…so holt er sie sich dementsprechend genau dort…wo ihm zuhauf Gleichgesinnte den „Klodeckel“ hochklappen…damit er sich genüsslich über Alles und Jeden ausschei…en kann… Man könnte fast sagen: eine Win-win-Situation… Sollte sich wider Erwarten der ein oder andere geistich Vernunftbegabte in diese kleine Welt des Nörglers einmischen…so wird ohne Rücksicht auf Verluste weitergepoldert…um beim nächsten Mal mit noch abstruseren Kommentaren (siehe Zuckerberg) noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen und damit gleichbedeutend Ablenkung vom eigenen…tristen…elendigen Dasein… Mit Mitleid sollte man solchen Menschen übrigens nich begegnen – denn erstens sind sie das Gefühl nich wert und Zweitens entziehen sie einem nur wertvolle Lebensenergie…

    PS: Nebenbei bemerkt: Mir persönlich sind Dauernörgler genauso suspekt wie Menschen…die permanent gutgelaunt durchs Leben grinsen… Nur weiß man beim Dauernörgler nach einiger Zeit wie man mit ihm umzugehen hat… Beim realitätsverweigenden Dauergrinser sieht die Sache ganz anders aus… Ob >zum Beispiel< Umwelt- oder Tierschutz…für all das fehlt diesen Menschen die nötige Ernsthaftichkeit… Ehrlich gesacht: es sind im Vergleich eher die merkbefreiten Dauergutgelaunten dieser Welt…die mir bisweilen den letzten Nerv rauben – trotz ihrer vermeintlichen Harmlosichkeit…

    PPS: Bisschen Entspannungs-Musik: https://youtu.be/p0OX_8YvFxA

    • Markus Stumpf
    • 2. Dezember 2015
    Antworten

    Da steht was er tun wird:
    https://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1326801/000132680115000035/form8kdec2015.htm

    Alles andere sind reine Phantasien des Qualitätsjournalismus, dem etwas mehr Recherche manchmal sehr gut zu Gesichte stünde.

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Tina und Meike

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