TOP10 wie man das Urvertrauen zu seinem Kind aufbauen und stärken kann

22. Februar 2017 , In: TOP 10 , With: No Comments
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Urvertrauen – ein Wort, das gerade bei frisch gebackenen Eltern in aller Munde ist. Doch was hat es damit auf sich und warum spielt es für die kindliche Entwicklung eine so wichtige Rolle? Der Begriff des Urvertrauens kommt aus der Psychologie und der Soziologie. Beiden zufolge erwirbt ein Baby im ersten Lebensjahr ein Gefühl, welchen Menschen und welchen Situationen es vertraut, wie es seine Umwelt differenziert wahrnimmt und beurteilt. Das Urvertrauen entwickelt sich also im frühen Kindesalter durch eine andauernde, liebende Zuwendung der Eltern oder der Mutter zum Baby, durch absolute Verlässlichkeit. Die sichere Bindung in den ersten Lebenswochen und Lebensmonaten ermöglicht es dem Kind, das eigene Selbstwertgefühl, das Vertrauen in andere und in die Gemeinschaft aufzubauen. So kann ein Kind leichter Erfolge im Kindergarten, in der Schule und in der Freizeit haben, baut Vertrauen und Freundschaften zu anderen Kindern und innerhalb der Familie auf. Dieses Fundament steht für die innere emotionale Sicherheit und für eine gesunde und stabile kindliche Entwicklung.

Julia Pohl, Pädagogin, Mami von drei süßen Mädchen und die Gründerin von Glücksmütter weiß ein paar praktische Tipps, wie man dieses wunderbare Gefühl des Urvertrauens zu seinem Kind stärken kann:

1. Geborgenheit und Bonding

Gebe Deinem Kind gleich zu Beginn seines Lebens die Wärme und Geborgenheit mit, die es in Deinem geschützten und warmen Bauch erlebt hat, und stärke von Anfang an sein Urvertrauen. Lege das Neugeborene gleich nach der Geburt auf Deinen Bauch und genieße diese Zeit des vorsichtigen Kennenlernens. Dieser Erstkontakt sorgt für starke körperliche Nähe und für das „Bonding“ zwischen Mutter und Kind. Viele Kliniken bieten das Rooming-In an, bei dem die Neugeborenen zusammen mit der Mutter oder auch mit den Eltern im Zimmer liegen können. Dadurch ist der Kontakt immer gewährleistet und dem Baby kann die nötige Geborgenheit und Aufmerksamkeit gegeben werden.

2. Stillen und körperliche Nähe

Stillen und die damit verbundene körperliche Nähe verstärken das Bonding von Mutter zu Kind und somit auch das Entwickeln des Urvertrauens. Wenn es aber mit dem Stillen nicht klappt oder Du nicht stillen möchtest, ist es sinnvoll, wenn Du Deinem Baby das Fläschchen gibst, indem Du es liebevoll hältst und es dabei eng an Deinem Körper gekuschelt liegt.

3. Zuverlässige Fürsorge

Reagiere fürsorglich und zuverlässig auf die Bedürfnisse Deines kleinen Menschen. Hierbei geht es nicht nur um die Befriedigung seiner Grundbedürfnisse wie Essen, Trinken, das Bedürfnis nach Wärme und Trockensein, sondern vielmehr darum, auf seine kleinen Signale zu reagieren. Wenn Du Dein Kind anlächelst, es liebevoll streichelst, ihm zuhörst oder vielleicht sogar in seiner Babysprache mit ihm redest, fühlt es sich geliebt, angenommen und geborgen. Es weiß und lernt: „Meine Eltern, meine Mami und mein Papi haben mich lieb. Ich kann mich auf sie verlassen! Ich brauche keine Angst zu haben.“ So lernt Dein Kind, Du bist da und kommst immer wieder, auch wenn Du es kurz bei anderen Vertrauenspersonen abgibst.

4. Reagieren auf kindliche Befindlichkeiten

Das ständige Reagieren auf die Befindlichkeiten eines Kleinkindes, vor allem nachts, ist eine große Herausforderung, bei der Eltern an ihre Grenzen kommen. Dennoch: auch diese Zeit geht vorüber und später wirst Du dafür belohnt! Es ist wichtig, ein Baby nicht schreien zu lassen, vor allem nicht nachts und auch nicht über einen längeren Zeitraum. Ein Säugling hat einfach keine andere Möglichkeit auf sich aufmerksam zu machen, als laut zu sein. Und er ist angewiesen auf seine Eltern, seine Mami, seinen Papi. Also, hilf Deinem Kind, auch wenn es manchmal schwer fällt, vor allem, wenn man sowieso schon mit Schlafmangel zu kämpfen hat

5. Liebevolle Atmosphäre und Wertschätzung

Ein Kind, welches in einer liebevollen Atmosphäre und einer Wertschätzung groß wird, lernt und weiß, was Vertrauen bedeutet. Zeige so oft es geht, durch liebevolle Gesten, durch nette Worte oder durch die anerkennende Art, wie Du mit Deinem Kind umgehst, dass Du es gerne hast und von Herzen liebst. Streichle Deinem Kind über den Kopf, lächle es an, höre ihm aufmerksam zu, wenn es sich Dir zuwendet oder sage ihm: „Ich liebe dich. Ich habe dich lieb!“ Überdenke dabei selbst Deine eigenen Wertvorstellungen, Glaubenssätze und Handlungen, sei Vorbild!

6. Kuscheln und Schmusen

Kuschel und schmuse mit Deinem Nachwuchs, wann immer sich die Gelegenheit hierzu bietet. Morgens im Bett, wenn Du Dein Kind verabschiedest und wieder begrüßt, während Du eine Geschichte liest, beim Zubettgehen. Einfach immer dann, wenn Du das Bedürfnis verspürst. Was könnte es Schöneres geben, als in ein zufriedenes und glückliches Kindergesicht zu blicken?

7. Stolz

Sei stolz auf Dein Kind und zeig das auch oder noch besser – sag es: „Toll gemacht, mein Schatz! Das klappt ja schon gut mit dem selbstständigen Sitzen! Ich bin richtig stolz auf dich. Da wird sich der Papi freuen, wenn du ihm das heute Abend zeigst, wenn er nach Hause kommt!“

8. Vertrauen durch Rituale schaffen

Schenke Deinem Kind Vertrauen durch Rituale. Kinder lieben Gewohntes und Wiederkehrendes. Es gibt ihnen Sicherheit und Orientierung und bildet das Urvertrauen mit aus. Zum Beispiel hilft ein schönes Abendritual den Kleinen zusätzlich beim Einschlafen: Lest Ihr zusammen eine kleine Geschichte, bevor es ins Bett geht? Möchtet Ihr abends zusammen beten und danach den Tag besprechen, was besonders schön war? Wollt Ihr ein Gute-Nacht-Lied singen? Machst Du die Spieluhr an, während Du aus dem Zimmer gehst? Lässt Du die Tür einen Spalt offen oder nutzt Du ein gedämpftes Nachtlicht? Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Dein Kind wird denselben Abendrhythmus lieben.

9. Kindliche Stärken und Feedback zum kindlichen Verhalten

Konzentriere Dich als Eltern auf die Stärken und auf die schönen Seiten Deines Kindes und nimm diese besonders wahr. Das baut das Urvertrauen zu Deinem Kind auf. Keiner findet es schön, wenn man ihm seine Fehler und Schwächen ständig aufzeigt. Gib Deinem Kind Feedback. Doch bedenke bitte dabei, immer nur Feedback zum kindlichen Verhalten zu geben, niemals zur Person. Zum Beispiel hat Dein Kind den Tisch freiwillig gedeckt: „Du hast so schön den Tisch gedeckt. Das gefällt mir und freut mich!“ Ebenso ist es wichtig, auch bei einem negativen Feedback, niemals das Kind als Person zu kritisieren. Zum Beispiel hat das Kind sein Geschwisterchen gehauen. „Du hast deinen Bruder gehauen. Das hat ihm wehgetan. Bitte sei jetzt wieder lieb zu ihm. Ich freue mich, wenn du es schaffst, dich zu entschuldigen. Gerne helfe ich dir dabei.“

10. Ermutigung und Lob

Ermutige und lobe Dein Kind. Neben Respekt, Liebe, gemeinsam erlebter Freude und Lachen, trägt Ermutigung zu einer guten und positiven Eltern-Kind-Beziehung bei. Und das wiederum stärkt das Urvertrauen. Lobe und ermutige Dein Kind, auch wenn es nicht das Resultat gebracht hat, das Du Dir gewünscht hättest. Denn wichtig sind die Anstrengung und der Versuch, etwas Neues auszuprobieren, sich neuen Herausforderungen zu stellen oder unbekannte Lernziele zu erarbeiten. Biete auch Deine Hilfe an und unterstütze Dein Kind, wenn es nicht weiterkommt, doch lass es zunächst selbst versuchen. Zum Beispiel ermutige Dein Kind beim ersten Versuch alleine zu essen: „Du isst ja schon wunderbar mit deinem Löffel, mein Schatz. Das machst du super, jetzt darf Mami dir wieder etwas helfen und dann probierst du es nochmal selbst.“ Lobe Dein Kind bei seinen ersten Gehversuchen: „Du kannst prima am Sofa entlang laufen. Magst du auch mal versuchen, in meine Arme zu laufen?!“

Zur Autorin:

Die Autorin ist Gründerin von Glücksmütter. Julia bietet Angebote für Mamis an, die sich Entspannung und Erholung vom Familienalltag gönnen möchten. In ihren Seminaren, die am schönen Starnberger See stattfinden, geht es um mentale und körperliche Entspannungstechniken, Stärkung der eigenen Mutterrolle, Möglichkeiten zur Stressbewältigung und Entschleunigung im Familienalltag. Das Aktivieren der eigenen Selbstheilungskräfte spielt auch eine wichtige Rolle, die unter anderem durch das Wandern am Starnberger See aktiviert werden. Erholung gepaart mit Strategien zu einem gesunden und nachhaltigen Lebensstil.

Die nächsten Wochenend-Kurse 2017:
mit Ü/HP + Nutzung des Wellnessbereiches im ****Hotel Marina Resort Bernried: 29./ 30. April, 24./ 25. Juni, 11./ 12. November
Komplettangebot ab 385€

Eintages-Kurse 2017 in Tutzing, Sonntag/ ganztags: 19. März/ 16. Juli ab 99€.

Weitere Infos findet ihr auf der Glücksmütter-Webpage.

 

Titelbild: Inara Prusakova/shutterstock.com.

 

 

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Tina und Meike

Als Mütter wissen wir: Den geraden Weg gibt es nicht! Getreu unserem Motto „Wenn´s durch den Haupteingang nicht geht, dann nehmen wir eben die Seitentür“ suchen wir nach (technischen) Gadgets und anderen erzieherischen Überlebenshilfen und nehmen Euch ganz nebenbei mit auf eine humorvolle Reise durch unser Seelenleben. Erziehungsvorsprung durch (Überlebens-)Technik? Lasst es uns herausfinden!