Schnee in der Stadt

16. Januar 2016 , In: Meike, ZweiBlicke , With: 3 Comments
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Extra für heute und aus aktuellem Anlass eröffne ich kurzfristig eine neue Rubrik auf Mommies Use Side Door, die da heißt: Mommies Use Side Door motzt!

Es geht um den Schnee!

Wer wie wir dafür zuständig ist, am besten noch vor Sonnenaufgang, den Gehweg vorm Haus mit einer Schneeschaufel zu bearbeiten – bei anhaltendem Schneefall dann gerne auch im stündlichen Turnus, damit keiner auf die Schnauze fällt – der ist weniger erfreut über das weiße Treiben. Will man wegfahren, muss man extra jemanden suchen, der diese lästige Arbeit für einen erledigt, weil das aber so gut wie unmöglich ist Freiwillige zu finden, fährt man eben nicht weg, geht das Risiko ein, dass jemand ausrutscht oder bezahlt eine Hilfskraft. Schneefall in München kostet mich also nicht nur Nerven, sondern unter Umständen auch extra Geld.

Nein, ich gehöre auch nicht zu den Müttern, die es kaum aushalten können sich frühmorgens in den Skianzug zu schmeißen, um sich mit dem Kind im Garten zu rollen oder ein Iglu zu bauen. Auch spätnachmittags macht mir das keine Freude. Schnee ist nicht mein Element.

Wenigstens ist heute Samstag und so mir bleibt mir zumindest erspart, auch noch eine halbe Stunde früher als eh schon aufzustehen, um in dieser Zeit die Scheibe freizukratzen oder das Auto abzufegen, damit das Kind rechtzeitig in die Schule kommt.

Schnee in der Stadt (!) braucht kein Mensch. Meine Meinung. Will ich Schnee, fahre ich gezielt in die Berge. Und natürlich freut es mich, wenn ich für teuer Geld einen Skiurlaub gebucht habe, und vor Ort ist alles weiß anstatt wie die letzten Wochen grün grün grün. Ich mag Skifahren und hasse Schnee nicht im allgemeinen. Aber ich hasse ihn in der Stadt. Und käme eine gute Fee, die mir einen kostenlosen Urlaub anbietet, so würde ich IMMER die Karibik wählen und NIEMALS Kanada im tiefsten Winter. Mein Mann sieht das leider anders und so bietet eine Diskussion darüber großes Konfliktpotential.

Mit Sommer assoziiere ich Leben!

Ich bin so viel lieber in kurzen Jeansshorts, Shirt und Flipflops unterwegs als mich vor dem Rausgehen in sieben Lagen Klamotten zu hüllen. Ich ziehe eine leichte Bräune jeder rotgefrorenen Rotznase vor. Wenn es draussen schön warm ist, sind meine Lebensgeister schon mindestens eine Stunde früher wach als ich und der Sprung aus dem Bett geht wie von alleine. Selbst die Arbeit macht mehr Spaß, wenn draussen die Sonne lacht. Ja, ich schwitze lieber als dass ich friere, und für alle, die jetzt mit dem Spruch „es gibt kein falsches Wetter nur falsche Kleidung!“ um die Ecke kommen, denen sei gesagt, ich bin auch lieber nackt als angezogen.

Keine Ahnung, ob es daran liegt, dass ich im Sommer geboren bin. Wahrscheinlich nicht, denn ich kenne einige Menschen, die im Winter Geburtstag haben und trotzdem meiner Meinung sind. Aber vielleicht sind das die Ausnahmen?

Mein Sohn jedenfalls ist ein Winterkind und keine Ausnahme. Ganz im Gegenteil.

Kurz nach 8 heute morgen (ha! die Rebellin in mir, hatte zu diesem Zeitpunkt übrigens noch keinen Schnee geschippt;-)) weckte mich mein Kind lautstark und unter Freudeschreien auf, und zwang mich aus dem Fenster zu sehen. Erwartet hatte der Kleine laute Begeisterungsrufe seiner Mutter, heraus kam aus mir nur ein überhaupt gar nicht ehrlich gemeintes „Toll“. Warum jetzt? Warum nicht an Weihnachten? Wenn sich der Schnee an Heligabend nicht blicken lässt, kann er mir auch jetzt gestohlen bleiben.

Was soll ich sagen? Der anschließende Fußmarsch zum Bäcker war beschwerlich und kalt, es hätte mich zweimal fast hingesemmelt und die anderen frierenden Menschen, die mir entgegenkamen, sprühten auch nicht gerade vor ansteckender Lebenslust. Alle schienen ähnlich genervt wie ich.

Bis auf meinen kleinen Sohn, der mit absoluter Hingabe Schneeengel auf jede freie Fläche zauberte. Ein bisschen beneide ich Matheo. Er kann sich an jeder Jahreszeit erfreuen. Er findet in allen Monaten des Jahres etwas, das in glücklich macht. Bei mir beschränkt sich das leider auf zwei und Herbst und Winter sind da ganz sicher nicht darunter.

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Aber es hilft ja nichts. Auch wenn ich innerlich beim Gedanken daran kotzen könnte, dass ich heute, sofern ich eine gute Mutter sein will, auf alle Fälle noch nach meiner Thermohose und den wasserfesten Handschuhen suchen muss, um mit Matheo Schlittenfahren zu gehen, bringt all mein Gemotze nichts. Ich werde mich aus tiefer Liebe zu meinem Sohn zusammenreißen und versuchen, auch hier in der Stadt den größtmöglichen Spaß zu generieren, den man eben haben kann, wenn einem bei voller Rodelfahrt Tonnen von Matsch ins Gesicht spritzt…

Vielleicht bin ich heute aber auch einfach mal eine schlechte Mutter und schicke meinen Mann allein mit Kind zum Rodeln;-)

Wo wir  eh schon dabei sind, anbei ein paar Links zu den schönsten Rodelhügeln in und rund um München!

www.sueddeutsche.de

www.ganz-muenchen.de

www.muenchen.de

    • Nadine
    • 16. Januar 2016
    Antworten

    Du sprichst mir aus dem Herzen,liebe Meike…. ich ertrage Schnee nur,wenn ich mich währenddessen weit weg,auf einer südlichen Insel,in der Sonne räkeln kann.

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