Ich packe meinen Koffer und kriege einen WUTANFALL

28. August 2016 , In: Meike, ZweiBlicke , With: No Comments
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Keine Ahnung wie das andere machen. Wirklich keine Ahnung.

Es gibt Menschen, denen sagst du eine Stunde vor Abreise Bescheid und schon drei Minuten später stehen sie beschwingt und fröhlich mit gepackten Taschen da. Und alles ist drin, nichts wird später im Urlaub von diesen Personen vermisst. Das nervt mich ungemein. Genauso wie mich Menschen nerven, die nach eine Blick auf die Speisekarte sofort wissen, was sie bestellen werden. Da möcht ich am liebsten gleich wieder heimgehen, das setzt mich unter Druck, denn ich brauche ewig, um mich zu entscheiden. Aber egal wofür ich mich entscheiden werde, in 99,9 Prozent der Fällen stelle ich im Nachhinhein fest, dass es das falsche war und ich lieber das hätte, was mein Gegenüber gerade verspeist.

Ähnlich ist es mit dem Kofferpacken. Kaum habe ich alles in den Koffer gestopft, beschleicht mich das ungute Gefühl, dass ich nicht das Richtige dabei habe. Also hole ich noch mehr Klamottenleichen, Brettspiele und jede Menge Krimskrams aus den hinterletzten Ecken und packe neu. Die Koffer ist irgendwann kurz vorm Platzen, ich überlege, was alles ins Handgepäck könnte, schichte um bis dann das 100 Kilo wiegt, packe anders, motze rum und will irgendwann am liebsten zu Hause bleiben.

Ich packe gedanklich ja schon ab dem Moment, in dem das Ticket gekauft, das Ferienhaus gebucht und  der Mietwagen bestätigt ist und bin von da an im Stress. Ab diesem Moment bis zum Einsteigen in den Flieger, das Auto oder die Bahn bin ich ein nervliches Wrack. Schlimm.

Ich schreibe immerzu Listen, verlege sie zwischendurch, schreibe neue, überprüfe immer wieder den Bestand der Reiseapotheke auf Aktualität und Haltbarkeit, wasche Berge von Wäsche, kaufe, was fehlt, stelle täglich fest, dass noch mehr feht, ich sortiere, bügle, falte, ordne, … fluche!

Spontan verreisen? Nicht dran zu denken! Es gab mal im Fernsehen eine Sendung, da hatte man 60 Minuten Zeit, um mit dem TV-Moderator, der einen auf der Straße aufgegabelt hatte, nach Hause zu rasen, Koffer zu packen, den Chef um Urlaub anzubetteln und irgendwie rechtzeitig den Flieger zu schaffen. Ja, ein Alptraum würde wahr für mich.

Bei mir ist Kofferpacken eine ernste Angelegenheit.

Ich will immer für alle Eventualitäten gewappnet sein und seit ich Mutter bin, will ich noch mehr, dass mein Kind für alle Eventualitäten gewappnet ist und deswegen muss alles einberechnet werden. Tropensturm, Dauerregen, Temperaturabfall, Hitzewelle, Vulkanausbruch…!

Gleichzeitig will ich aber auch die maximale Kilogrammzahl fürs Freigepäck nicht überschreiten. Und natürlich soll alles knitterfrei, ordentlich gefaltet, heil und sauber ankommen!

Um diese Unternehmungen erfolgreich zu schaffen, habe ich schon einiges versucht.

Zum Beispiel nach Outfits für jeden einzelnen Wochentag zu packen und dabei Kleidungsstücke mehrfach nur anders kombiniert einzusetzen. Der Rock mit dem Shirt und den Schuhen am Montag, den Rock vom Montag trage ich dann zu einem anderen Shirt, dafür aber dann mit diesen Schuhen am Donnerstag, sofern das Shirt vom Montag am zweiten Freitag dann noch sauber ist, könnte ich es zum Blazer und der Jeans mit den Schuhen vom Donnerstag tragen… Es wurde uferlos. Mission gescheitert. Ihr wisst, was ich meine?

Unzählige Tutorials für die richtige Packtechnik habe ich mir reingezogen, Profipacklisten noch und nöcher studiert, in Frauenzeitschriften alles nach Tipps und Tricks für einen entspannten Urlaub aufgesaugt.

Am Ende ist es immer das gleiche.

Ich sitze auf meinem Bett, kurz vorm Heulen, weil das, was ich glaube alles zu brauchen nicht in den Koffer passt. Durchfalltabletten, Hustensaft, Fieberzäpfchen, Mantel, Jacken, Schuhe, Duschgel, Zahnbürsten, Haarglätter, Gummilatschen, Abendkleid, Strandtasche, Schwimmflossen, Reiseführer, Legomännchen, Nintendo und Schmusedecke bilden einen ansehnlichen Haufen, in den ich mich am liebsten verkriechen würde.

Irgendwann flippe ich dann so richtig aus, weil ich feststelle, dass trotz aller Vorbereitung doch noch was wichtiges fehlt, dass der Koffer nicht zugeht und sowieso alles kacke ist, weil ich eh gar nichts anzuziehen hab. Wie gern wäre ich dann einfach nur stinkreich und würde nur mit meiner Kreditkarte als Handgepäck in den Urlaub fahren.

Manchmal hilft dann ein Glas Wein oder zwei oder drei, was vielleicht erklärt, warum ich vom Kofferpacken Kopfschmerz kriege;-)

Schließlich geht der Koffer zu, alles ist verstaut, doch ich weiß schon dann, dass mir auf der Reise, am Strand, im Hotel, oder sonst wo einfallen wird, dass ich doch besser die blaue Strickjacke hätte einpacken sollen und nicht die grüne.

Irgendwann ärgere ich mich, weil ich zu wenig Pullis dafür zu viele Shorts dabei habe oder Matheo das süße Jacket jetzt doch so gut stehen würde, das ich zugunsten der Triktosammlung zuhause gelassen habe, von denen er sowieso keins anziehen wird.

Ich krieg die Krise, weil das Shampoo, Creme oder Nagellackentferner ausgelaufen und in sämtliche Ritzen verteilt ist. Und wieso habe ich zehn verschiedene Durchfallpräperate dabei, aber kein einziges Blasenpflaster?  Irgendwas ist immer!

Jetzt zum Beispiel sitze ich gerade auf Lanzarote. Eine so traumhaft schöne Insel. Wunderbar warm am Tag, doch am Abend wird es tatsächlich frisch.

Als mich Marco in München dabei „erwischte“, wie ich Matheo´s Herbstjacke einpackte, hatte er mich hoch ausgelacht, doch hier brauchen wir sie jeden Abend. Ha!!! Blöd nur, dass ich vergessen habe, mir selbst mehr als nur ein dünnes Jäckchen mitzunehmen. Wieso hab ich das große Strandtuch im Schrank gelassen, dafür aber die Highheels dabei, die ich eh nicht tragen will, weil es sich in den Flip Flops ganz gemütlich schlendern lässt. Meine Flossen hab ich doch vergessen…

Egal… Immerhin sind wir hier!

Sende Herzensgrüße von der Vulkaninsel und ein paar ultimative Tipps zum besser Kofferpacken!

 

 

 

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Tina und Meike

Als Mütter wissen wir: Den geraden Weg gibt es nicht! Getreu unserem Motto „Wenn´s durch den Haupteingang nicht geht, dann nehmen wir eben die Seitentür“ suchen wir nach (technischen) Gadgets und anderen erzieherischen Überlebenshilfen und nehmen Euch ganz nebenbei mit auf eine humorvolle Reise durch unser Seelenleben. Erziehungsvorsprung durch (Überlebens-)Technik? Lasst es uns herausfinden!